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Kraut des Monats
Der Rosmarin
(von Lavendelhexe)

Rosmarinus officinalis
Als ich meinen Rosmarintopf im Oktober von der Terrasse ins Haus geholt
habe, kam mir der Gedanke, euch dieses wunderbare Kraut vorzustellen. Eigentlich ist es ja kein Kraut, sondern ein Strauch. Und es gibt
inzwischen auch winterharte Sorten, die auf dem Balkon, der Terrasse
oder im Garten nur wenig Schutz benötigen. Ursprünglich aus dem
Mittelmeerraum stammend, ist er bei uns eine geschätzte Würz- und
Zierpflanze. Nur selten blüht er hierzulande. Dazu ist der Sommer leider
zu kurz.
Kleine Anekdote am Rande: Vor ganz vielen Jahren erzählten mir meine
Eltern erstaunt, dass sie bei einem französischen Essen "Tannennadeln"
auf dem Käse hatten. Sehr viel später kam ich dahinter, dass es Rosmarin
gewesen sein muß. Also die "Blätter" des Rosmarin sind nadelförmig. Als
Gewürz sind die Blätter getrocknet und grob zerkleinert oder gemahlen
erhältlich. In der Mischung "Kräuter der Provence" darf er natürlich
nicht fehlen. Aus der französischen Küche ist er überhaupt nicht
wegzudenken. Rosmarinkartoffeln kennen bestimmt einige von euch.
Wie jedes Würzkraut ist er auch sehr heilkräftig. Da ist zuerst einmal
seine Wirkung auf den Geist, er macht wach und fördert die
Konzentration. Der Duft des äth. Rosmarinöles in Seife oder Duschgel
macht morgens munter. Auch wirkt er durchblutungsfördernd. Das ist
angenehm bei rheumatischen Leiden und ebenso bei Muskelkater.
Wenn wir Rosmarinnadeln in Olivenöl einlegen erhalten wir einen Auszug,
der in der Küche genauso zu verwenden ist, wie in der Kosmetik. Da die
Blätter nur wenig Feuchtigkeit enthalten, können wir sie auch frisch
einlegen. Mit dem Öl können wir Salate anmachen - schön zu Tomaten oder
Kartoffeln. Und wir können schmerzende Muskeln damit einreiben. Noch
besser - wir lassen uns einreiben.....
Ein Rosmarinbad am Morgen oder nach intensiver sportlicher Betätigung: 50g Rosmarin mit 1/2 l kochendem Wasser überbrühen, 30 min ziehen
lassen, ins Badewasser geben. Das ist aber nichts für Schwangere. Und es ist abends eher ungeeignet, denn statt müde ins Bett zu sinken,
sind wir nach dem Bad eher munter und aktiv.
Rosmarintee wird als Spülung für dunkle Haare empfohlen, ebenso als
Gesichtsdampfbad bei fettiger Haut und in Cremes können wir den Tee oder
das äth. Öl auch einsetzen. Eine schöne, frische Duftmischung für eine
Tagescreme besteht aus 2 Tr. Rosmarinöl und 5 Tr. Zitronenöl.
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Royal-Special
Rosen
(von Peggy)
Königin der Blumen
Rosen nennt man die Königin der Blumen. Das
schlägt sich auch im Preis für das aus
Rosen gewonnene ätherische Öl nieder.
Seine aufwändige Herstellung aus Unmengen Blütenblättern
ergibt immer nur ganz geringe Menge des kostbaren Öles.
Rosenölkulturen gibt es im Orient bzw. der
Türkei, in Bulgarien und natürlich als
eines der berühmtesten in Grasse in Frankreich.
Rosenwasser ist das wichtigste Nebenprodukt der
Herstellung des ätherischen Öles. In
der Küche ist es besonders prominent durch
die Verwendung in Marzipan. Aus der orientalischen
Küche ist Rosenwasser ebenfalls nicht wegzudenken.
Gezuckerte Rosen (erst in Eiweiß und dann
in Zucker getaucht) veredeln jede Torte und ein
Dessert mit Rosen dekoriert machen sie zur unwiderstehlichen
Köstlichkeit.

Einer der Kernrohstoffe für die Naturkosmetik
ist Rosenwasser. Es hat hervorragende Wirkung auf
die Haut. Seine Verträglichkeit ist klasse.
Bei empfindlicher Haut wirkt es entzündungshemmend
und kühlend. In der Antiaging-Pflege ist es
beliebt. Nicht ganz ohne Grund hat fast jeder namhafte
Naturkosmetik-Hersteller eine Rosenserie. Dem Rosenöl
werden sogar zellregenerierende Wirkungen nachgesagt.
Im Grunde kann Rosenwasser wie auch Rosenöl
in jedem kosmetischen Produkt eingesetzt werden,
veredelt dieses damit und verleiht ihm einige zusätzliche "Wunderwirkungen".
Die Geschichte der Rose ist viel zu weitgefächter,
als das eine komplette Darstellung Sinn ergeben
würde. Bemerkenswert ist allerdings schon,
dass die Rose sogar mit steinzeitlichen Funden
belegt werden kann. Erste Darstellungen der Rose
findet man in Sibirien und in Europa wird in Knossos
erstmalig der Rose in einem Gemälde Ehre erboten
- in einem Gedicht viele Jahrhunderte später.
Mit ihrem Einzug in Europa wurde die Rose schnell
zum Symbol für Wohlstand und Ehrerbietung.
Fast jeder bekannte oder unbekannte große
Regent in Griechenland, Rom und auch in Ägypten
schmückte sich und sein Paläste mit Unmengen
Rosen. Damit erlebt die Rose auch den Einzug in
die Schlafgemächer und galt mehr und mehr
als Symbol der Liebe und der Erotik. In Griechenland
war der Aphrodite die Rose gewidmet. Nebst der
Liebe galt und gilt bis heute noch die Rose als
Symbol für Schönheit, was aber ja auch
oft untrennbar miteinander verbunden ist. Rosen
sind daher bis heute das symbolträchtigste
Geschenk, was Liebende einander machen können.

Rosen als Heilpflanzen Schon vor unserer christlichen Zeitrechnung kannte man die Heilkraft der Rose. Bekannter wurde sie in Europa allerdings erst nach dem Mittelalter besonders als Mittel zu Schmerzlinderung. Die Asiaten nutzen sie in der der TCM schon erheblich länger auch zur Linderung von Stoffwechselleiden. Auch heute gilt die Rose zurecht als Heilpflanze, da sie über viele nachweisbar heilende Substanzen verfügt. Besonders beliebt ist sie in Wellnesstherapien bei Müdigkeit, Stress oder Schlaflosigkeit. Die heilsame Wirkung eines Rosenstrausses ist aber auch bei Liebeskranken nicht zu unterschätzen.
Rosenkosmetik
Hersteller von Naturkosmetik schwören auf pflegende Wirkung von Rosen. Rosenwachs schützt die Haut vor Kälte und Austrocknung; Rosenwasser und Blütenauszüge in Cremes und Sprays wirken ausgleichend und beruhigend; ätherisches Rosenöl ist eine Wohltat für die Seele (z. B. von Dr. Hauschka, Primavera Life, Tautropfen, Weleda). Filmstar Julia Roberts schwört auf die "Rosencreme" von Dr. Hauschka.
Rosenrote Düfte
Die Verführung muß man nicht neu erfinden. Immer wieder bewirkt die Rose das gleiche Wunder. Das Ringen um den perfekten Duft treibt daher auch Parfumeure immer wieder zum Klassiker der Rose. Allein der Anblick einer roten Rose bringt das Blut in Wallung, deren Duft noch viel mehr. Ein betont weiblich-sinnlicher Duft kann also kaum ein Duft ohne Rosen sein. Die Kreativität der Parfümeure liegt hier viel mehr in den immer wieder neuen Kombinationen verschiedenster Rosen mit Ungewöhnlichem.
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Royal-Special
Schönheitsgeheimnisse der Hochwohlgeborenen
(von Peggy)
Nein, dieses Mal habe ich nichts selber kreiert.
Es handelt sich hierbei lediglich um eine Rezeptzusammenstellung
aus Büchern von einer der Klassikerinnen der
Selberrühr-Kosmetik, von Stefanie Faber. Anderes
habe ich mir passend zum Thema für Euch ausgedacht,
so dass Ihr Euch mit vielen Mitteln viel Gutes
tun könnt - bis Ihr Euch fühlt wie eine
Königin.
Englisches Honigwasser
Ein recht mildes, aber durch den Alkoholgehalt leicht kühlendes Gesichtswasser, was schön zur Nachreinigung geeignet ist.
3 g Bienenhonig (1/2 Teelöffel)
50 g Rosenwasser
50 g Orangenblütenwasser
25 g Alkohol 70%
3 Tropfen Melissenöl
Hydrolate vermischen, leicht erwämen und den Honig darin auflösen. Melissenöl in Alkohol lösen und alles vermischen.
Ungarn-Wasser
Dieses sehr mediterran durftende, goldbraune Gesichtstonic verdankt seinen Namen einer ungarischen Königin, die damit bis ins hohe Alter ihr jugendliches Aussehen bewahrt haben soll. Für fettige Haut ist das Tonic besonders geeigent, da es durchblutungsfördernd, tonisierend und glättend wirkt.
50 g getrocknetes Rosmarin
1/2 ungespritzte Zitrone
1/2 ungespritzte Orange
1 EL getrocknetes Pfefferminze
30g Alkohol 70%
100 g destl. Wasser
Rosenwasser nach Geschmack
Zitrusfrüchte ganz dünn schälen und
die Schalenstückchen fein hacken. Die Kräuter
und die Schalenstücke in ein dunkles Gefäß geben
und mit dem Alkohol und so viel destilliertem Wasser
aufgießen, bis die Mischung bedeckt ist. Verschließen und über
Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag durch ein
feines Tuch abseihen und klarfiltern. Der Auszug
ist recht konzentriert. Wer mag, kann mit Rosenwasser
auffüllen.
Honigbad à la Ninon de L'Enclos
Das Rezept soll von eben gleichnamiger französischen
Marquise aus dem 17. Jahrhundert stammen. Bis ins
hohe Alter war sie so schön, das sich auch nach der
schon 70jährigen noch ein Jüngling vor
Leidenschaft verzehrte. Ihr Aussehen verdankte sie
Ihren Milch-Honig-Entschlackungsbäder, hieß es.
1 Pfund Kochsalz
1 Liter Milch
1 Tasse Bienenhonig
Salz in die trockene Wanne gießen und Wasser
darauflaufen lassen. Die Milch erwärmen und
den Honig sanft darin aufschmelzen. Die Honigmilch
vor dem Bad ins Wasser gießen. Milch, Honig
und Salz sind hervorragende Mittel um die Haut
zu pflegen.
Güldener Seiden-Körperpuder (von Peggy)
Gibt es etwas edleres als Körperpuder?
Nein! Mit einer Feder-Quaste aufgetragen fühlt
man sich bestimmt wie eine Königin
25 g Talkum
10 g Bolus alba
5 g Maisstärke
5 g Zinkoxyd
5 g Kieselsäure
10 Tropfen Seidenprotein
2 MLö Perlmuttglanz-Pigment gold
1 MLö Perlglanzpulver Gelbgold
1/2 MLö Perlmuttglanz-Pigment himbeerpink
je 2 Tropfen Parfumöl Rose, Aprikose und Mandel
Die Herstellung ist extrem einfach: Man gibt alle
Zutaten entweder nur in ein Glas und schüttelt
sie kräftig durch oder mixt sie mit der Mahlfunktion
eines kleines Haushaltsmixers mal schnell durch.
Mit einem schönen Quast läßt sich
der Puder herrlich verteilen. Er saugt die Feuchtigkeit
und überschüssige
Fette auf, ist leicht kühlend und macht seidenweiche
Haut.
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Royal-Special
Schönheitsrezepte der Kaiserin Sissi
und des Hofes
(von Lavendelhexe)
... denn natürlich wollte nicht nur Sissi
schön und gepflegt sein,
sondern auch andere Mitglieder des
Hofes und auch die Herren hatten allerlei Puder
und Wässerchen auf ihren
Toilettentischen stehen.
Einiges eignet sich auch heute noch sehr gut
zur Pflege. Anderes muß man
ein wenig verändern und dem
modernen Geschmack anpassen.
Zuerst wurde natürlich auch damals die Haut mild gereinigt. Ein etwas
ungewöhnliches Rezept ist dieses:
Sissis Reinigungsmilch
5 g Gelatine, 180 g Glyzerin, 60 g dest. Wasser, einige Tropfen Rosenöl Gelatine im Wasser einweichen, erwärmen, bis die Gelatine geschmolzen ist, Glyzerin und Rosenöl zugeben.
Aber auch Gurken wurden gerne verwendet:
Gurken-Reinigungsmilch
1/2 Salatgurke, 30 ml Glyzerin, 40 ml Rosenwasser
Die Gurke reiben, das Mus auspressen, den Saft mit Glyzerin und
Rosenwasser mischen.
Vor Gebrauch schütteln.
Es folgt eine erfrischende Lotion mit Minze - für unreine Haut auch
heute noch zu empfehlen:
Minzen-Erfrischungslotion
*25 g Minzeblätter und -blüten, 1/4 l Wasser, 50 ml Hamameliswasser Minze im Wasser ca. 15 köcheln, erkalten lassen, abseihen mit dem
Hamameliswasser mischen. Essig war ein vielgebrauchtes Schönheitsmittel.
Veilchenessig (Sisi liebte Veilchduft)
*30 g frische Veilchenblütten, 1/4 l Apfelessig, 100 ml dest. Wasser, 10
g Veilchenwurzelpulver
Die Blüten mit dem Essig übergießen, verschließen, 2 Tage ziehen lassen,
filtern, Blüten gut auspressen.
Veilchenwurzel (das ist übrigens in Wahrheit Iriswurzel, wird nur wegen
des Duftes Veilchen genannt)
mit etwas des. Wasser anrühren. Alles zusammen gießen, vor Gebrauch
schütteln.
Eine Creme mit beruhigendem Baldrian, für zarte, empfindliche Haut. Für
uns heute etwas zu schwer und
fett und Baldrian in Cremes ist ungewohnt. Ob
meine Katzen dann auf mich fliegen?
Baldrian-Hautcreme
10 g Baldrianwurzel, 1/2 Tasse Wasser, 30 g Lanolin, 10 g
Walrat(ersatz), 25 g süßes Mandelöl, 10 g Milchpulver Zerkleinerten Baldrian mit kaltem Wasser aufsetzen und 10 min sprudelnd
kochen lassen. Extrakt abfiltern.
Lanolin mit Walrat im Wasserbad zusammenschmelzen, Öl dazugeben.
Milchpulver im Extrakt lösen, beides
einrühren. Bis zum erkalten weiterrühren.
Die Herren - aber nicht nur sie - benutzen reichlich parfumierten Puder
zur Körperpflege
Talkpuder
*20 g Parfumölkomposition, 50 g Magnesiumkarbonat, 95 g Talkum
Und natürlich standen Haarwässer hoch im Kurs. Daran hat sich wohl bis
heute wenig geändert. Mit dem
folgenden Rezept wird zwar wenig bewirkt, aber zumindest ist es unschädlich. /Haarwasser/ 35 g Weingeist, 35 g dest. Wasser, 80 g Rosenwasser
Alle Rezepte sind dem Buch: "Sissi - die geheimen Schönheitsrezepte der
Kaiserin und des Hofes" von Chris Stadtlaender entnommen.
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Royal-Special
Die Königskerze
(von Tango)
Verbascum
Gehört zur Pflanzenfamilie der Braunwurzgewächse früher Rachenblütler genannt. Es gibt weltweit 360 Unterarten, die leicht verwechselt werden können, in heilkundlicher Hinsicht aber alle ähnliche Eigenschaften aufweisen.
Die großblütige Königskerze (verbascum densiflorum) ist eine der größten einheimischen Blumen. Sie wächst bevorzugt an trockenen, sonnigen Stellen oder Kahlschlägen. Staunässe verträgt sie nicht. Die meist zweijährige Staude entwickelt im ersten Jahr eine Blattrosette mit weichen Blättern, aus der im zweiten Jahr lange bis zu zwei Meter hohe Stängel sprießen. Von unten nach oben blühen Ende Juni bis August leuchtend gelbe Blüten. Sie ist Nahrungspflanze für viele Schmetterlings-, Hummel-, Fliegen- und Käferarten, sowie für die Raupen des Königskerzenmönchs.
Die Pflanze enthält Schleimstoffe, Saponine, Iridoide, Pektin, Rutin, Hesperidin, ätherische Öle, Karotinoide und Flavonglykoside. Sie wirkt schleimlösend und auswurffördernd, reizmildernd und beruhigend und wird daher bei Erkrankungen der oberen Luftwege, Asthma, Reizhusten, aber auch bei Wunden und Verbrennungen eingesetzt. Es können die Blüten, als auch die Blätter verwendet werden.
Die Blüten werden aus den Kelchen gezupft und getrocknet. Unter der Bezeichnung verbasci flos kann man sie in der Apotheke erwerben. Die Blüten sind Bestandteil vieler Hustenteemischungen. Man kann sie aber auch pur verwenden: Für einen Aufguss überbrüht man 2 Teelöffel getrocknete Blüten mit einer Tasse Wasser und lässt es fünf Minuten ziehen und erhält einen wirksamen Hustentee. Abgekühlt kann er äußerlich bei Augenentzündungen, Brandwunden und Geschwüren als Umschlag aufgelegt werden. Die Blüten können auch in einem guten Öl ausgezogen werden und zum Einreiben bei Schmerzen verwendet werden. In Heilsalben unterstützt die Königskerze die Wundheilung.
Um die Königskerze ranken sich Sagen und Aberglauben. Davon geben auch die zahlreichen Namen, die der Volksmund kennt Zeugnis:
Wollblume, Fackelkraut, Brennkraut, Marienkerze, Wundblume, Himmelsbrand, Wetterkerze, Unholdkerze, Winterblom, Frauenkunkel, Johanniskerze oder Zottich. Der Name Königskerze soll auf eine Sage zurückgehen, nach der ein englischer König sich in den Katakomben von Rom verirrt hatte und nur dank der leuchtenden Blütenstände den Weg aus dem unterirdischen Labyrinth fand.
Die Christen verwendeten die Blütenstängel als Weihwasserwedel. Die Jungfrau Maria wird auf vielen Darstellungen mit einer Königskerze in der Hand dargestellt, daher der Name Himmelsbrand. In Pech, Harz oder Öl getunkt wurden die Blütenstängel als Fackeln oder zur Dochtherstellung verwendet. Hildegard von Bingen nannte die Blume Wullena, warum weiss man nicht, und empfahl sie gegen "ein traurig Herz". Aus dem Namen Wullena leiteten sich die Namen Wull-oder Wollkraut oder Wollblume ab.
Die Jörg Kachelmanns des Mittelalters sagten mit ihrer Hilfe das Wetter voraus. Neigt sich die Blütenspitze nach Osten erwartete man schönes Wetter, neigte sie ich sich nach Westen schlechteres Wetter. Bei keinen Blütenständen erwartete man einen schneearmen Winter, bei langen Blütenständen einen langen, schneereichen Winter.
Am Johannistag hängten sich die Mägde einen Königskerzenstängel übers Bett. Die Magd, deren Blume als erstes welkte, hatte mit ihren baldigen Ableben zu rechnen. So glaubte man auch, dass eine Königskerze neben dem Haus den Blitz ablenkt, wer sie jedoch gewaltsam entfernt, bei dem wird der Blitz einschlagen. Und erblüht eine Königskerze auf dem Grab eines Verstorbenen, so ist leider davon auszugehen, dass seine Seele noch im Fegefeuer schmort. Die Verwandten sind angehalten eine Wallfahrt zu machen.
Weitere zur Nachahmung nur bedingt empfohlene Anwendungsmöglichkeiten:
die großen Blätter als Schuheinlage
ein Amulett aus der Wurzel als Schutz vor bösen Geistern
das Wurzelamulett am Herzen getragen als Verhütungsmittel
die Blüten als Haarfärbemittel
die Samen in Säckchen zahnenden Kindern um den Hals gehängt
als Angelhilfe : die Samen ins Wasser geworfen narkotisieren die Fische, die nach kurzer Zeit wehrlos an der Wasseroberfläche treiben ( ist heute verboten)
Selbst Johann Wolfgang von Goethe
inspirierte die Königskerze zu einem Gedicht:
Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Auglein schön.
Ich wollt es brechen,
Da sagt' es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?
Ich grub's mit allen
Den Würzlein aus,
Zurn Garten trug ich's
Am hübschen Haus.
Und pflanzt' es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.
(Johann Wolfgang von Goethe) |
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Welt der Düfte
Rosenparfums
(von Peggy)
La Queena
Frisch und spritzig und unglaublich edel kommt
dieser Duft daher. Ein großer: Auftakt Erdbeeren,
die in Chamgner schwimmen, wecken einen Eindurck
von Frische und einem jugendlichen Geheimnis. Gefolgt
von einem großen, edlen Blumenbouquet aus
Rosen, dekoriert mit ein paar anderen adligen Blüten,
was das Herz des Duftes ausmacht. Die leichte Erdbeersüße
schwebt auch im Herz des Duftes mit. In der Basis
sind auch besonders edle Noten, die den bleibenden
Dufteindruck prägen. Myhrre und Weihrauch
gepaart mit königlicher Vanille und edlem
Amber Musk.
Kopf:
0,9 ml PÖ Strawberries & Champagne
0,2 ml PÖ Fresh Strawberries
0,3 ml PÖ Strawberries & Cream
(1,4 ml)
Herz:
0,5 ml PÖ Victorian Rose
0,2 ml PÖ Fresh Cut Roses
0,3 ml PÖ Violet
0,2 ml PÖ Lily
(1,4 ml)
Basis:
0,1 ml ÄÖ Weihrauch
0,2 ml ÄÖ Sandelholz
0,1 ml ÄÖ Myhrre
0,4 ml PÖ Rizeflower & Shea
0,2 ml PÖ Amber Musk
0,2 ml PÖ Very Vanille
(1,2 ml)
Rose Royale
Eine Rose verpackt in ein Dessert - wie ein süßer
Kuss der Liebsten. Eine blumig-fruchtige Kopfnote
bildet den Auftakt mit Aprikosen, Pfirsichen und
Mandelblüten. Das Herz des Duftes besteht
aus einem vollmundigen Rosenbouquet. Im Font finden
sich süße, kuschlige Unternoten aus
Vanille, Mandel, Honig und Hölzern wieder,
die den Duft zu einer echten Leckerei machen, ohne
dass er klebrig daher kommt. Alles in allem werden
mit diesem Duft Rosen köstlich umrundet.
Kopf:
0,6 ml PÖ Apricot Vanilla
0,4 ml PÖ Mandelblüte
0,3 ml PÖ Pfirsich
(1,2 ml)
Herz:
0,4 ml PÖ Victorian Rose
0,35 ml PÖ Fresh Cut Roses
0,3 ml ÄÖ Palmarose
0,2 ml ÄÖ Geranium
0,05 ml ÄÖ echte Rose
(1,5 ml)
Basis:
0,3 ml PÖ Honey Almond
0,1 ml ÄÖ Benzoe
0,3 ml PÖ Rosenholz
0,3 ml ÄÖ Sandelholz
0,2 ml PÖ Musk
0,2 ml PÖ Very Vanille
(1,2 ml)
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Royal-Special
Vom Himmels- zum Designerduft
(von Peggy)
Sowohl seinen Namen und als auch die Funktion,
etwas Wohlgerüche in die Welt zu verströmen,
hat das Parfum von den Frühgeschichtlichen
Räucherungen. In allen Kulturen war es Sitte,
den Göttern oder dem Gott durch Räucherungen
Ehre zu erweisen - ob nun mit Sandelholz und Blüten
bei den Indern oder durch Weihrauch und Mhyrre
im Mittelmeerraum. Diese Kombination hat dann auch
die katholische Kirche für sich adaptiert.
In der Zeit der Räucherungen lagen Welten
zwischen den wohlriechenden Rauchopfer-Tempeln
der Priester und den nur eine Nasenlänge
entfernten stinkenden Gassen der armen Bevölkerung.
Das Mittelalter war an Gestank kaum zu überbieten.
Atemberaubend dünsteten in den Gassen Urin,
Kot, faules Holz, Rattendreck, faule Zähne
und Schweiß vor sich hin - und am Schluß tat
die Pest ihr übriges. Wer sich das nicht vorstellen
kann, sollte mal "Das Parfum" von Patrick
Süßkind lesen. In dem Irrglauben, dass
Wasser Krankheiten bringt, gab es weder Kanalisation
noch Hygiene. Schutz vor Seuchen
sollten auch in dieser Zeit - dieses mal ganz weltlich
- die Räucherungen bringen. Als Vorsorge trugen
die Pestärzte Duftkugeln bei sich mit Rose,
Lavendel und Styrax.
Als hätte man im Mittelalter nicht schon
genug gestunken, setzte sich ähnliches bei
Hofe der Renaissance und des Barock fort, da Baden
und Hygiene immer noch verpöhnt waren.
Dankenswerter Weise versuchte man in gehobenen
Kreisen aber seine üblen Ausdünstungen
mit schweren Düften zu verdecken. Es wurde
gepudert und parfümiert ohne Unterlass.
Berauschende schwülstige Nebelschwaden aus
animalischen Düften hingen über den Höfen
Europas. Da der Sonnenkönig Ludwig XIV gleich
tonnenweise von dem Zeugs verbrauchte, war das
der Beginn der Ära der Parfum-Industrie, die
sich auch historisch daher vorzugsweise in Frankreich
angesiedelt hatte.
Aus der alten Gerberstadt Grasse wurde die Parfumhauptstadt.
Die Kernverfahren zur Gewinnung von Riechstoffen
wurden hier entwickelt. Dazu zählt Destillation,
Mazeration, Enfleurage oder Extraktion, um Kräutern,
Blumen, Blüten, Schalen, Rinden und Blättern
ihre duftende Seele zu entlocken in Form von ätherischen Ölen.
Diese wurden in Essenzen komponiert und mit Alkohol
vermixt in Fläschchen abgefüllt - also
die Geburt unserer heutigen Parfums.
Mit der Entwicklung der Hygiene würden auch
feinere und frische Düfte mit in die Palette
aufgenommen, mit denen ersten großen Pariser
Marken entstanden wie Guerlain. Rose, Nelke und
Zitrone kamen in Mode. Grasse wurde Handelsplatz
für Europas Düfte und aus fernen Ländern
kamen Sandelholz, Ylang, Tuberose dort hin. Ferner
blieb Grasse auch Hauptproduktionsstätte für
Rosenöl, Lavendelöl und Jasminöl,
so dass sich die Stadt wortwörtlich im Blütenrausch
befand.
Im ausklingenden 18. Jahrhundert wurde in Köln
am Rhein eine revolutionäre Erfindung gemacht.
Mit der Rezeptur für "4711 Kölnisch
Wasser" aus Orange, Zitrone, Lavendel, Bergamotte
und Neroli, und in geringen Anteilen Rosmarin und
Lavendel eröffnete ein Kölner Kaufmann
eine Manufaktur und feierte einen Triumpfzug. Nach
kurzer Zeit wurde er Hoflieferant und damit begann
an den Höfen Europas ein anderer - erheblich
frischerer - Wind zu wehen. Die Kunst der Parfumeure
bestand fortan darin aus ihren Vorräten gepaart
mit Ihrer Fantasie immer raffiniertere Düfte
zu kreieren.
Eine Revolution erlebt die Parfumindustrie Ende
des 19. Jahrhunderts als die Chemie in Spiel kam
und damit die Welt der Düfte mit Reagenzglas-Produkten
wie Vanillin und Aldehyden veränderte. Diese
begannen die teueren Naturstoffe zu ersetzen. Das
machte ganz neue Duftnoten möglich. Die Ära
der duftdesignenden Modedesigner war damit eingeläutet.
Für Coco Chanel wird 1920 Chanel No. 5 kreiert
- das erste synthetische Parfum.
Diesem Parfum rücken immer mehr Modedesigner nach und die Orgel der synthetischen Duftstoffe wächst immer größer. Der Luxusartikel Parfum wird seit den 50er Jahren für alle Frauen erschwinglich. Die Branche boomt. Obschon alles schon erfunden zu sein scheint, werden immer weiter neue Kreationen gemixt. Mittlerweile gibt es jährlich mehr als 400 neue Parfums, die den Markt überfluten. Bei dieser Flut entscheidet schon lange nicht mehr alleine der Geruch über den Erfolg einer Kreation, sondern vielmehr das Marketing mit Verpackung, Flakon, Image und Werbe-Kampagne. |
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Royal-Special
K & K Manufakturen
(von Peggy)
Parfumhäuser mit königlich-kaiserlicher
Tradition
Burberry
Das Haus Burberry, 1856 gegründet, zählt zu den britischen
Luxusmarken. Der berühmte Trenchoat mit dem Karofutter ist so britsch
wie Big Ben und die Royal Family. Auch die Düfte zeichnen sich durch
hohe Qualität aus.
London, Touch, Weekend, Tender Touch, Burberry Brit
Creed
1760 in London von James Henra Creed gefründet, ist das Haus noch
heute fest in Familienhand. 1845 ließ sich Creed in Paris nieder
und gewann den Hochadel als Kundschaft. Darunter Königin Victoria,
Napoleon I und Sissi, Kaiserin von Österreich. Heute komponiert
Oliver Creed, Nachfolger in der sechsten Generation, seine Düfte
selbst. Es gibt drei Dutzend exklusive Düfte.
Bois du Portugal, Royal Water, Mellésime Imperial, Fantasia de Fleurs, Himalaya
Floris
Mit seiner stilvollen Art und seinen selbstproduzierten, erlesenen Seifen
und Colognes eroberte der junge spanische Barbier Juan Famenias Floris
im Jahre 1730 die feine Gesellschaft von London. Seit 1820 ist Floris
offizieller Hoflieferant des britischen Königshauses. Heute ist
das Parfumhaus immer noch in Familienbesitz und wird in achter Generation
geführt.
China Rose, Fleur, Lily of the Valley, Seringa, Tuberose, White Rose, Limes
Guerlain
Seit 1828 steht der Name Guerlain für Parfums der Spitzenklasse.
Der Gründer Pierre Francois Pascal Guerlain eröffnete in Paris
einen Laden für Badesalze, Seifen und Düfte. 1853 stieg er
zum Hofparfümeur von Napoleon III und Kaiserin Eugenie auf. Speziell
für sie schuf der das "Eau Imperiale". Viele Kreationen
haben sich heute zu Klassikern etabliert.
Aqua Allegoria, Chamade, Jicky, L'Instant, Mahora, Mitsouko, Samsara, Shelimar
Houbigant
Im Jahre 1775 eröffnete Jean-Francois Houbigant sein Geschäft in Paris. Somit gilt es als das älteste französische Parfumhaus. Im 8. und 19. Jahrhuntert belieferte Houbigant viele Adelshäuser. Konigin Marie Antoinette und Kaiserin Josephine liebten seine Kreationen.
Quelques Fleurs
Penhaligon's
Very british präsentieren sich die Düfte von Penhaligon's in exkt den gleichen Flakons wie im 19. Jahrhundert. 1870 eröffnete der Barbier in London sein Geschäft und mischte nebenbei feine Wässerchen für seine Klientel. Seine erste Schöpfung hieß "Hammam Bouquet", die noch heute in der Rezeptur erhältlich ist.
Artimisia, Bluebell, Cornubia, Elisabethian Rose, Love Pation No. 9, Victorian Posy, Violetta |
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